Die Idee kam uns, als unser Stammwart erzählte, dass er früher als Junge zuhause oft in der Landwirtschaft mitgeholfen
hatte und viel Erfahrung darin gesammelt hatte. Im Laufe des Erzählens entwickelten wir das Projekt.
Wir pachteten dafür ein Stück Land von der Stadt. Als erstes wurde gedüngt. Dann bereiteten wir mit dem Traktor und
Fräse die Erde vor, damit wir danach die zarten Setzlinge in feine Erde stecken konnten. Nun besorgten wir uns Salatsetzlinge
bei einem Gärtner.
Unser Pflanzensortiment beschränkten wir auf Salate, da diese Pflanzen sehr einfach und unempfindlich zu ziehen sind.
Mit gespannten Schnüren wurden nun die Reihen markiert. Der Abstand von Reihe zu Reihe betrug ca. 30 cm und die
Setzlingsabstände in der Reihe ca. 35 cm. Die Reifenspur des Traktors diente uns als Weg, auf dem wir uns bewegten. Nun ging es
ran: Pflänzchen für Pflänzchen wurde in die lose Erde gesteckt und mit dem Daumen Erde an die Wurzel gedrückt.
Nach ca. 4 Stunden war die Pflanzarbeit getan. Uns taten zwar alle Knochen weh, aber trotzdem überkam uns eine Zufriedenheit
beim Anblick der in Reih’ und Glied gesetzten Salätchen.
Zum Schluss zogen wir noch ein Abdeckvlies über das Feld um die Setzlinge vor gelegentlichem Nachtfrost zu schützen und das
Wachstum der Pflanzen zu beschleunigen. Woche um Woche verstrich und wir konnten sehen, wie aus den Salatsetzlingen langsam kleine
Salätchen, dann Salate und endlich nach geraumer Zeit große stattliche Salatköpfe erwuchsen.
Natürlich sagten wir den Eltern und der Gemeinde nichts von unserem Geheimnis und überraschten sie eines Tages im
Gottesdienst mit der ersten Ernte, die aus 12 Salatköpfen bestand. Freitagabends schufteten wir bis fast zehn Uhr und schnitten
den Salat, den wir nun ganze drei Monate gepflegt und gehegt hatten. Die Köpfe wurden von uns in Holz- oder Plastikkisten gelegt,
fachmännisch gewaschen und in einen Anhänger gestapelt. Im Anhänger befand sich außerdem noch ein kleiner
Marktstand und Schirm zum Unterstellen.
Diesen Anhänger konnten wir bei einem Händler aus unserer Gemeinde über Nacht ins Kühlhaus stellen. Samstag morgens
standen wir um ca. sechs Uhr auf, um unser Projekt „Gartenbau" durchzuziehen. Mit „wir“ meine ich ungefähr
fünf Ranger und drei Leiter. Wit zogen früh morgens los zum Schorndorfer Wochenmarkt. Die Rangers die bei uns
übernachteten und wir, waren zwar müde aber hochmotiviert und gespannt wie unsere Aktion von den Leuten auf dem Markt
aufgenommen würde. Wir boten den Kunden Salat von höchster Qualität zum günstigen „Rangerpreis" und so
mancher von uns Rangers entdeckte sein schlummerndes Verkaufstalent. Hundekalt, und regnerisch war der erste Tag, doch keiner
schwächelte ab.
Als sich eine kleine Gruppe von Rangers in ein Stehkaffe zum Aufwärmen begab, da wurden sie sogleich von einer Kundin die
dort gerade einkaufte, zur Butterbrezel und heißem Kakao eingeladen. Anschließend auch noch alle andere (immerhin waren
wir fast 12 Rangers, denn ein Mädchenteam kam später zur Ablösung).
Wahnsinn, wie die Leute begeistert und kauffreudig waren, so dass wir ungefähr 20 Kisten leerverkauften und den Rest
(fünf Kisten) wieder mit nach Hause nahmen, um den Salat nach dem Sonntagsgottesdienst an die Gemeinde zu verkaufen. Das Ganze
wiederholten wir ungefähr dreimal und zu unser aller Begeisterung hatten wir schon Stammkunden, die unseren biologisch-angebauten
Salat in den höchsten Tönen lobten und sich gleich neu wieder eindeckten.
Als wir in Schorndorf trotz Genehmigung der Stadt auf weiteren Verkauf verzichteten, da wir für die Stammanbieter zu einer ernsthaften Konkurrenz wurden, wichen wir nach Schwäbisch Gmünd aus und bestückten auch einmal den Heimatmarkt bei uns in Weinstadt-Endersbach. Wir waren begeistert vom Erfolg, dem Lob und den Gesprächen,die sich auf den Märkten ergaben. Die Leute waren echt begeistert und schätzten unseren Salat sehr. Wir konnten sehen, dass der der wagt, auch gewinnt. Gewonnen haben wir alle an Erfahrung, an Freude und Begeisterung trotz harter Arbeit und die Royal Rangers haben damit hoffentlich wieder einen Pluspunkt mehr bei unserer Bevölkerung.
Ratschlag vom Fachmann:
Wenn ihr dieses oder ein ähnliches Pflanzprojekt in eurem Stamm in Angriff nehmen wollt, solltet ihr euch einen Gärtner oder
Landwirt aus eurer Gemeinde suchen, welcher euch mit Rat und Tat zur Seite steht. Dies ist erforderlich, da die Bodenbearbeitung und
eine richtige Düngung nicht ganz einfach ist.
