ROYAL RANGERS · Stamm 112 Weinstadt

Berichte von Aktionen
Walz 2000 - Handwerk neu entdeckt

auf dem weg nach schmiedefeldSamstag, 29.07.2000 Hauptbahnhof Stuttgart. Unser Team ist ziemlich gespannt auf die erste Walz unseres Stammes... Unser Pfadfinderstamm (Royal Rangers Stammposten 112 Weinstadt) hatte in diesem Jahr unter dem Thema „Rangers auf der Walz – Handwerk neu entdeckt“ in den Teams zu je fünf Jugendlichen diverse Handwerksthemen vorbereitet und typische Regionen in den Sommerferien besucht. Erste Station war der Bahnhof in Würzburg. Auf der Zugfahrt wurde der Proviant auf alle Rucksäcke verteilt, die dadurch um einiges schwerer wurden. Von dort ging es auch gleich weiter zum Bahnhof Schweinfurt und von dem, nach zweistündigem Aufenthalt, weiter nach Suhl in Thüringen unserer Endstation.

Dort wurde es auch mal Zeit einen Platz für die Nacht zu suchen, weil es langsam Abend wurde. Deswegen ging es auch gleich raus aus der Stadt. Da es in nächster Nähe keine Wildnis gab, mussten wir für diese Nacht auf einer Wiese vor dem städtischen Planetarium übernachten.

Als wir also unsern Biwakierplatz gefunden hatten kümmerten sich die einen ums Essen und die anderen bauten das Biwak. Nach einem leckeren Abendessen legten wir uns in die Schlafsäcke und schliefen kurz darauf ein. Am Morgen wurden wir durch das leichte Tropfen von der Ponchodecke geweckt. Es hatte die Nacht ziemlich stark geregnet. Nichts desto Trotz, packten wir zusammen und machten uns nach dem Frühstück auf zu unserer ersten Handwerkserkundung und zwar dem Büchsenmacher.

auf dem weg nach schmiedefeld
Da es dieses Handwerk nicht mehr so oft gibt, gingen wir ins Suhler Waffenmuseum, wo wir gegen 10.00 Uhr eine sehr interessante Führung bekamen. Bei der erfuhren wir, dass bei den ganz alten Waffen der Schütze mehr gefährdet war als das Opfer und dass der Ausspruch 08/15 von dem ersten Maschinengewehr kommt, das nämlich auch 08/15 heißt. Für die Herstellung eines historischen Gewehrs brauchte der Meister ca. 2 Jahre, da die Verzierungen am Gewehr ziemlich viel Zeit beanspruchten. In diesem Museum erhielten wir auch gleich einige Informationen über das Handwerk Bergbau, das in der Thüringer Gegend sehr stark betrieben wurde. Es dauerte Jahre und sogar Jahrzehnte bis man einen Stollen in einen Berg gegraben hatte. Im Anschluss an die Führung machten wir uns auf die beschwerlichste Tour der Walz, auf den Weg von Suhl nach Schmiedefeld. Es ging nämlich immer den Berg rauf und der Schweiß floss aus fast allen Poren.

Da wir heute nur Pulvernahrung dabei hatten brauchten wir eine Stelle mit Wasser und machten deshalb nach der anstrengenden aber doch schönen Wanderung an der Vesserquelle ca. 5 km vor dem Dorf Schmiedefeld halt. Wir bereiteten unser Essen vor und machten es dann in einer Unterstandhütte gemütlich. Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht hörten wir eine Andacht über den Barmherzigen Samariter. Danach machten wir uns auf den Weg nach Schmiedefeld genauer in die Dorfmitte, dort setzten wir uns auf eine Bank.
Die Leiter kauften neues Proviant und wir genossen ein wohlverdientes Eis und machten uns auf den Weg zu einer Glasbläserei, hier durften wir beim Blasen zuschauen. Die Ergebnisse waren erstaunlich, ohne Übung bekommt man da nichts Brauchbares zu Stande. Uns führte jetzt der Weg ins nahegelegene Örtchen Vesser und wir suchten uns in dessen Umgebung unseren dritten Biwakplatz, den wir nach einigem Suchen auch fanden. Wir richteten uns nach dem Abendessen unter dem Tisch ein gemütliches Lager ein, und verbrachten eine gute Nacht. Den folgenden Tag nutzten wir um Ernsthtal zu erreichen. Gegen Abend kamen wir dort an und gingen bald darauf erschöpft schlafen. Am Morgen wanderten wir in die nahegelegene Stadt Lauscha um unseren Proviant aufzustocken, und um 14.00 Uhr bei einer Führung in der Farbglashütte teilzunehmen.
auf dem weg nach schmiedefeld

Dort gingen wir noch in eine weitere Glasbläserei, und durften dann sogar selber einmal "glasblasen". Das Glas wird in Stangen geliefert und dann unter einer ueber 1000°C warmen Gasflamme erhitzt. Fuer die Herstellung von Glas wird vor allem Holz und Sand verwendet. Am Abend vor Ende der Walz hatten wir noch eine super Lobpreiszeit, unser Ratslagerfeuer.

Wir hatten eine super Zeit zusammen, viel Bewahrung von Gott und haben unseren Horizont in Sachen Handwerk um einiges erweitert.

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