ROYAL RANGERS · Stamm 112 Weinstadt

Berichte von Aktionen
Italien 2002 - Rangers am Gardasee...

Vollbepackt und hochmotiviert sind wir, die Pfadranger vom Stammposten 112 Weinstadt, bei unserer diesjährigen Pfingstaktion mit dem Fahrrad am Christus-Zentrum Weinstadt losgefahren.
Unser Ziel war der Gardasee in Riva, Italien. Um euch einen kleinen Einblick zu geben, was uns so alles erwartet hat und was wir erlebt haben, wollen wir hier Bericht erstatten.

Samstag 25.05.2002:

Los geht's um 7.00 Uhr in Weinstadt, wo wir uns zuerst treffen, um den VW-Bus zu beladen. Nach einem kurzen aber knackigen Gebet - nachdem Auto und Hänger bepackt und die Eltern verabschiedet sind - geht's pünktlich um 8.00 Uhr an diesem recht kühlen und bewölkten Tag los. Über den Schönbühl sind wir nach Plochingen, das Filstal entlang nach Geislingen, die Steige hoch, über Lonsee, Langenau nach Riedheim. Zwischen Riedheim und Leipheim (in der Nähe von Günzburg) haben wir auf einem Bauernhof mit angeschlossenem Campingplatz (Schwarzfelder Hof), der ganz neu angelegt wurde, übernachtet.
Die Fahrt über hatte es nur ab und an genieselt, aber wir wurden nicht richtig nass. Geregnet hat es dann erst pünktlich zum Abendessen gegen 17.30 Uhr. Freundlicherweise durften wir in den Aufenthaltsraum des Campingplatzes gehen, worüber alle ziemlich froh waren. Zu essen gab es Gulaschsuppe und Brot und einen leckeren Salat. Nach dem Abendessen hat Susanne noch einen Impuls weitergegeben und dann haben wir uns gegen 21.00 Uhr in unsere Schlafsäcke in den Zelten verkrochen.
Anzumerken ist, dass Eric am Abend anfing zu 'löten' und irgendwie hat sich der Begriff eingebürgert - was Ihr bestimmt noch merken werdet.

An diesem Tag sind wir 101,1 km in 4:52:52 h (reine Fahrtzeit) mit einem Schnitt von 20,7 km/h gefahren.

Sonntag 26.05.2002:
Um 6.30 Uhr werden wir geweckt, denn David und Max hatten es sich in den Kopf gesetzt bei ca. 7 °C in einen See zu hüpfen, der direkt neben uns lag. Wieder im Aufenthaltsraum - da es draußen sehr neblig und feucht war - haben wir unser
reichhaltiges Frühstück eingenommen. Danach wurden Bananen und Müsliriegel verteilt und nachdem alles im Auto verpackt war, ging es wieder auf die Räder und weiter über Leipheim, Kötz, Waldstetten, Krumbach, Dirlewang Kaufbeuren, Stöttwang bis nach Osterzell.
Manu, die uns begleitete, uns immer wieder mit Trinken und „Kohlenhydraten" versorgte, machte sich nachmittags dran, eine geeignete Unterkunft für uns zu finden. An diesem Tag war es wohl nicht ganz so einfach, aber nachdem eine Frau, die sie angesprochen hatte, beim Bürgermeister anrief, durften wir ins ehemalige Schulgebäude und dort übernachten, denn einen Campingplatz gab es nicht. Neben dem Gebäude war ein kleiner Bach (ca. 6-8 Grad warm), wo ein regelrechtes Wettbaden stattfand - wer schafft es am längsten, sich im Wasser aufzuhalten? Ob David wirklich geschlagen wurde, ist sehr fraglich. Gegen 18.00 Uhr gab es Gnocchi und Sahne-Käse-Soße und Salat und einen Quarknachtisch zum Abendessen. Nach dem Impuls haben sich dann alle in die Schlafsäcke verkrümelt.
Anzumerken ist an diesem Tag, dass David immer besonders viele „Nanen" (Bananen) brauchte, dieses Wort wurde ebenfalls von ziemlich vielen übernommen.
Gegen 21.00 Uhr hat es angefangen zu regnen und hörte die ganze Nacht nicht auf.

An diesem Tag sind wir 107 km in 4:34:09 h (reine Fahrtzeit) mit einem Schnitt von 23,1 km/h gefahren (gelötet).

Montag 27.05.2002:

An diesem Morgen regnet es in Strömen. Wir frühstücken trotzdem und satteln dann erneut die Räder und „löten" los über Oberzell, Peiting, Echelsbach. Dort haben wir in einer Gaststätte Mittag gemacht, wo extra der Ofen für uns geschürt wurde. Wir waren so ziemlich triefend nass. Dort gab es dann für jeden ein heißes Getränk und etwas zu essen, wieder warme und trockene Klamotten und weiter ging's - es regnete immer noch - über Saulgrub, Unterammergau, Oberammergau nach Garmisch und weiter nach Krün-Klais (Richtung Mittenwald hoch). Da kein Bauer bereit war, uns seine Scheune zur Verfügung zu stellen, die Jugendherberge überfüllt war und wir gegen 17.30 Uhr dringendst eine Unterkunft brauchten, einigten - es gab leider keine andere Alternative - wir uns doch auf den Tennsee. Der Besitzer war sehr freundlich und hat uns seinen Jugendraum zur Verfügung gestellt, wo wir trocken und warm übernachten konnten. Darüber waren wir wirklich sehr froh. Der Campingplatz war der reinste Luxus - mit Marmorbad und alles piekfein.
Binnen einer halben Stunde waren wir Gesprächsthema Nr. 1 auf dem Platz. Als Manu dann auch noch zwischen Hänger und Auto anfing, Abendessen zu kochen war das Geschwätz perfekt. Aber wir wurden auch sehr bestaunt. Garmisch war dann geschafft - und David war wieder glücklich, denn am Vortag hatten wir gehofft, die gesamte Strecke zu schaffen, was wir aber nicht packten. Eric (Zappel mit dem bunten Trikot) hatte an diesem Tag - wie auch an so manchem anderen -nicht genug geradelt (gelötet) und drehte dann mit Manuel noch eine Runde. Manuel war im Übrigen unser hauptamtlicher Fahrradschrauber.

An diesem Tag sind wir 96,3 km in 5:01:26 h (reine Fahrtzeit) mit einem Schnitt von 19,1 km/h „gelötet".

Dienstag 28.05.2002:
Aus dem warmen Raum ging es dann gegen 8.15 Uhr wieder hinaus in die Kälte und in den Regen, zum Schutz hatten die meisten Plastiktüten um die Füße, was sehr witzig aussah, aber auch sehr zweckdienlich war. Wir fuhren über Mittenwald, Seefeld nach Telfes, wo uns das Versorgungsfahrzeug (nach einer 2-stündigen Panne die vom ADAC behoben werden konnte), wieder eingeholt hat. Wir machten dann im Ladebereich eines Supermarktes Pause. Dann ging es weiter nach Innsbruck. Nachdem Max, unser Bergfloh, meinte: „Den Brenner schaffen wir heute locker noch", konnten die anderen hiervon nicht wirklich überzeugt werden. So übernachteten wir dann am Brenneraufstieg bei Natters (am Natterer See!!!) auf einem Campingplatz, wo wir das Billiardzimmer in Beschlag nehmen durften.
David, Max, Markus, Manuel, Andreas, Lara und Eric haben dann ganz spontan um 19.00 Uhr noch im See gebadet, der gerade mal 18 °C hatte. Danach gab es zum Abendessen Spaghetti und Tomatensoße und nach einem Impuls haben sich alle ziemlich erledigt in die Schlafsäcke verkrochen.

An diesem Tag sind wir 82,5 km in 4:18:45 h (reine Fahrtzeit) mit einem Schnitt von 19,1 km/h „gelötet".

Mittwoch 29.05.2002:
Da der erste Brenneranstieg mit dem Fahrrad nicht ganz ungefährlich ist, haben wir an diesem Morgen einen Busshuttele gemacht und alle bis zur Abzweigung ins Stubaital (vor Matrei a.B.) ca. 7 km hochgefahren. Die einzelnen Gruppen waren jeweils in ca. 1 Stunde oben und die schnellste Gruppe hatte eine Durchschnitts-geschwindigkeit von 24 km/h.
In Brennero angekommen gab es erstmals eine Pause mit Gruppenfoto. Die Bremsen wurden ein letztes Mal überprüft, und dann ging's den Brenner auf der italienischen Seite wieder runter (leider mit heftigem Gegenwind) über Sterzing, Brixen, Bozen nach Leifers. Dort haben wir auf dem Steiner Campingplatz im Zelt übernachtet. Ab Sterzing war strahlend blauer Himmel und die Sonne strahlte auf uns herab. Wie schön, endlich wieder Sonne!
Nach einer riesigen Pfanne gebratene Sesam-Kartoffeln, Salat und Quarknachtisch, drehten Eric, Manuel und Markus noch ihre Runden mit dem Bike und dann verkrochen sich alle wieder in den Zelten.

An diesem Tag sind wir 126,8 km in 4:08:25 h (reine Fahrtzeit) mit einem Schnitt von 30,6 km/h „gelötet".

Donnerstag 30.05.2002:
An diesem Tag geht's bei strahlendem Sonnenschein los in Richtung Gardasee nach Riva über Ora, Trento und Roverto, die meiste Zeit zum Glück auf einem Radweg ohne Autos entlag der Adige. Die ganze Strecke Gegenwind, so dass wir jeden Meter treten mussten und nicht nur rollen lassen konnten. In Rovereto hatten wir uns nochmals vor dem Gardasee getroffen. Dort erhielten wir einen kleinen Dämpfer. Da wir ja nicht genau wussten, wann wir am Gardasee eintreffen werden, konnten wir keinen Campingplatz reservieren. Wir erfuhren, dass bedingt durch den Giro d'Italia (Radrennen) alle Campingplätze restlos ausgebucht waren. Nach mehreren Telefonaten haben wir dann doch noch einen Möglichkeit gefunden. Wir sind in der Jugendherberge direkt in der Altstadt von Riva für eine Nacht untergekommen. Abends gingen wir lecker Pizzaessen und sind noch an der Promenade am Hafen gewesen und haben das laue Mittelmeerklima genossen.

An diesem Tag sind wir 110,4 km in 4:25:41 h (reine Fahrtzeit) mit einem Schnitt von 24,9 km/h „gelötet".

Freitag 31.05.2002:
Um 9.00 Uhr mussten wir die Jugendherberge wieder räumen. Wir haben dann vor dem Camping Brione auf einem Parkplatz geparkt, uns mit Michael und Esther, die den BDS-Bus gebracht haben, getroffen, haben das Gepäck verladen und hatten dann noch 2 Stunden die Möglichkeit gehabt, noch Eisessen und an die Promenade zu gehen. Leider sind wir Richtung Heimat etwas zu spät losgefahren, die Straßen waren für die Giro d'Italia bereits abgesperrt. So muss ten wir bis 14.00 Uhr warten und hatten sogar die Chance die Radfahrer an uns „vorbeilöten" zu sehen. Kurz nach 24.00 Uhr waren wir im CZW, wo wir alle nochmals im Rangerraum geschlafen haben, um am nächsten Morgen alles gemeinsam aufzuräumen.

Alles in Allem war es eine gigantische Tour (624,1 km), an der wir an unsere Grenzen gekommen sind (wobei wir uns nicht so sicher sind, ob das wirklich bei allen der Fall war), im Team zusammengewachsen sind und eine tolle Zeit hatten. Wir haben aber vor allem gemerkt, dass man als Christen, bzw. christliche Pfadfinder, meistens offene Türen und Tore vorfindet. Allzeit bereit für Jesus!

Eure Pfadranger Lara „Schätzle" Bauer, Andreas „Fahr du mal weiter" Geiger, Markus „Kampfschwimmer", Herbrich,
Simon „Halbtagsbiker" Holder, Max „Bergfloh" Mack, David „Nane" Rolke, Manuel „Superschrauber" Sigle, Eric „Zappel" Wagenblast und die Leiter.

Pfadranger 2002
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