ROYAL RANGERS · Stamm 112 Weinstadt

Berichte von Aktionen
Polen 2003 - Wir waren Helden...

aufnäher der walz
...und zogen im Jahre des Herrn anno 2003 im Juni aus um das Nachbarland Polen zu erkunden. Viel mehr erkundeten wir aber die Wasserlandschaft dieses Landes. Alles hatte aber schon viel früher begonnen. Richtig los ging es aber erst in besagtem Monat an einem mehr oder weniger schönen Tag um 22:00 MEZ.
Nachdem alles verladen war und die Busse besetzt waren ging es los auf eine mehrstündige Fahrt in den Osten. Vorbei an Nürnberg, Potsdam über Stettin nach Czaplinek. Dort kamen wir am nächsten Tag gegen 14:00 Uhr an. Neben einem riesigen See lag unser Campingplatz und wir genossen den gesamten Nachmittag schönsten Sonnenschein.
Schon in der ersten Nacht erwies sich das mitgebrachte Mückennetz als überlebensnotwendig. Wir hatten auch Fälle, bei denen man die Hand vor lauter Stichen nicht mehr sah. (Ich hoffe, dass man hier niemand das Wort „Übertreibung“ erklären muss) Der Morgen war jedenfalls noch sehr jung, wenn nicht noch gar nicht geboren, als wir aus den schönsten Träumen gerissen wurden und uns auf die lange, beschwerliche und vor allem abenteuerliche Reise auf der Drawa machten. Erste Etappe war ein riesiger See, auf dem wir uns auch gegen Mittag mangels Navigationssystemen und Beschilderung verfuhren und geschlagene 3 Stunden verloren. Selbst Rettungs- und Reanimationsversuche halfen nicht mehr, die Zeit war unwiederbringlich verloren.

Unser erster Schlafplatz war eigentlich ganz gemütlich, wenn man mal von den sanitären Einrichtungen absah, diese waren nämlich nicht vorhanden. Wenn man sein Geschäft verrichten wollte, war das mitunter ein kleines Kunstwerk, nicht nachher einen Po zu haben der einer Mondlanschaft zum verwechseln ähnlich sieht, da das süße deutsche Blut anscheinend sehr beliebt bei den polnischen Mücken und Bremsen war. Einige halfen sich an diesem Abend mit einem alten Hausrezept und aßen zehenweiße Knoblauch. Sie schliefen verlassen, sowohl von Mücken als auch von Menschen.


auf dem weg nach schmiedefeldAm nächsten Morgen, alle saßen frisch aber nicht munter in ihren Kanadiern als gegen Mittag die einst deutsche Stadt Falkenburg angesteuert wurde. Hier wunderten wir uns, dass es eigentlich nur „Tante Frida“ (Tante Emma sagen ja alle) Läden gab. Die Jungs waren die Stars und bekamen nacheinander die Hand geschüttelt. Als wir uns wieder auf den Weg machten wurde unsere Tour durch ein entscheidendes Erlebnis grundlegend und bleibend verändert. Es war ein tiefer Einschnitt in das Leben von vieler. Aber nun von vorne.
Das Boot Rolke/Bauer war wie so oft zurückgeblieben und fuhr auf Grund von Koordinationsstörungen nur langsam voran, als ein plötzliches Jaulen aus dem am Ufer stehenden Schilf an die Ohren eben dieses Bootes drangen, da wir die Geräuschquelle aber schon passiert hatten entschlossen wir uns mutig und entschlossen der Sache auf den Grund zu gehen. Der weibliche Teil des Bootes vermutete nämlich einen Welpe im Schilf. Und er sollte Recht behalten im Schilf saß ein kleines, schwarzes Häufchen Elend und jaulte und wollte zu uns ins Boot.
Ein kleiner süßer Hundewelpe schaute uns mit seinen riesigen herzerweichenden Augen an und jaulte. Wir waren sehr unentschlossen beschlossen ihn aber in unsere Bootsgemeinschaft aufzunehmen. So kam es, dass wir nun zu dritt unsere Bahnen auf der Drawa zogen. Der ungefähr vier Wochen alte Hundewelpe hatte sich schon ohne zu fragen einen Platz in unserem Herzen ergattert. Mit halbstündigem Abstand auf das letzte Boot fuhren wir im Rolke/Bauer typischen Tempo unserem Ziel zu. Der kleine Hund erhielt den Namen Felix von Drawo und wurde zu unserer Erleichterung von Allen sofort herzlich aufgenommen und integriert.
Wie eigentlich immer verbrachten wir auch die nächsten Tage auf dem Wasser und ein Boot verbrachte eine kurze Zeit auch im Wasser. Da der Flusslauf eigentlich eher einem Wald unter oder im Wasser glich gabes für die etwas schwereren unter uns immer ein Problem mit dem Tiefgang, da die Boote mit solchen Insassen eigentlich ziemlich oft hängen blieben. Unser Boot war auch so ein Boot, was wohl auf den dritten Insassen Felix zurück zu führen ist.
Insgesamt jedoch war es eine sehr schöne Landschaft und diese weitläufigen unbesiedelten Flächen waren schon irgendwie traumhaft. Nun wollen wir es bei diesen paar Anektoden mal belassen. Auch wenn wir desöfteren ans Ende unserer Grenzen gekommen sind war es denke ich für alle eine super Erfahrung. Bedanken wollen wir uns bei den Leitern und beim Vater im Himmel.

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