ROYAL RANGERS · Stamm 112 Weinstadt

Berichte von Aktionen
Schwerin 2004
"Wenn das so ist, helfen wir jedes Jahr einen Stamm zu gründen!"

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13 Stunden, 45 Minuten Fahrt und 3 Minuten Verspätung. Wir 9 Pfadranger und 2 Leiter vom Stamm 112 Weinstadt waren in der Mission unterwegs, einem Stamm „Aufbauhilfe“ zu leisten. Versüßt wurden uns die Stunden im Zug durch Ananas und Shi, 2 kleinen Chinesen, die alle 20 Sekunden laut lachend aufs Klo an uns vorbei stolperten und das Lächeln eines kleinen Mädchens, dem wir ein selbst gemachtes Armbändchen schenkten - das erste ermutigende Gefühl.
Nachdem wir lange gequetscht in – zum Glück meist klimatisierten – Zügen gesessen waren, wurden wir in Schwerin herzlich vom angehenden Stammleiter Thomas und seiner Familie begrüßt, bekamen dort ein mega leckeres Essen und durften die erste Nacht in 4 Wänden verbringen (dem Cafe der Gemeinde Arche). Es wurde Nacht und wieder Tag. Unser erster Auftritt in Katelbogen, einem kleinen Dorf in der Nähe von Schwerin rückte immer näher. Dort sollte unser geplantes Camp stattfinden. Niemand wusste, was ihn erwartet.
Kaum in den Autos – schon standen wir in Katelbogen. Wir hatten gerade mit dem Aufbau von Appellplatz und Jurte begonnen, schon sammelte sich die Dorfjugend, um uns mit aller Kraft zu helfen. Zum Camplatz gehörte eine uns zur Verfügung gestellte Ferienwohnung. Als wir das Bad allerdings das erste Mal betraten, meinten wir, uns verlaufen zu haben, denn nicht bei jedem Camp hat man ein riesiges Bad mit vergoldeten Wasserhähnen...
Um 10 Uhr am nächsten Tag kamen dann die Kids, 5 Mädchen und 8 Jungs, die sofort in je 2 Teams eingeteilt wurden. Nach kurzen Instruktionen begann der wirkliche Spaß mit dem Aufbau von Kothe und Feuertisch auf den Teamplätzen. Schnell bildeten sich erste Freundschaften – ganz nach dem Camp - Motto »FREUNDSCHAFT«.
Am nächsten Vormittag bei den Workshops konnten die Kinder Rasseln machen, Holz-Kugelschreiber basteln, Pizza Calzone auf dem Feuer backen oder Feuertechniken lernen. Auch nachmittags hatten sie jede Menge Spaß als Schatzjäger bei einem Piratengeländespiel.


Das manchmal etwas spontane Abendprogramm kam ebenfalls gut an. Am zweiten Abend wurde es ernster beim Ratslagerfeuer. Nach dem Anspiel zum Thema Freundschaft folgte eine kurze Andacht. Zum Schluss konnte man die Freundschaft zwischen sich und Jesus festigen und Lobpreis machen.
Am letzten Tag gab es einen Jungen- und Mädchenvormittag, bei dem die Jungs sportlich aktiv waren und die Mädels ihre Kreativität auslebten beim Freundschaftsbänder-Knüpfen und Perlenkettchen-Basteln.
Auf diesem Camp bekam man höchstens auf Grund der verschiedenen Dialekte mal Probleme. Den ersten Schock bekamen wir bei Aldi- Nord, da heißt Nutoka (Aldi-Süd) nämlich Nusskati. Auch dass, wenn man beim Essen irgendetwas haben möchte, man z.B. nur sagt: „Kann ich die
Butter?“ war für uns Weinstädter höchst außergewöhnlich. So schnell das Kurzcamp am Dienstag anfing, endete es am Donnerstagabend wieder; viele der Kids wollten gar nicht nach Hause.
Als sie dann weg waren, genossen wir den letzten Abend in Katelbogen. Freitagmorgens ging es zu einer kleinen Kanufahrt auf einem See. Auf einer kleinen Insel verbrachten wir dann eine Nacht und verdauten die letzten Tage positiv. Oder kratzten unsere Schnakenstiche (im Norden: Mückenstiche). Der absolute Rekord lag bei 15 Stichen an einer Hand!
Am Samstagabend, zurück in Schwerin, bekamen wir von der Gemeinde ein Eis spendiert. Dort entstand der Satz: „Wenn das so ist, helfen wir jedes Jahr einen Stamm zu gründen!“ In Schwerin schauten wir uns dann noch ein extra für uns organisiertes Feuerwerk an. (In Wirklichkeit war es ein Stadtfest, aber so klingt es doch schöner :-)).
Den Sonntag verbrachten wir im Zug nach Hause. Dank unserem Daddy im Himmel verpassten wir trotz Wochenendticket keinen einzigen unserer Züge und blieben auch sonst gesund und munter. Ich fand diese einwöchige Aktion in Schwerin genial und kann nur jedem empfehlen, auch mal einen Stamm zu gründen oder zumindest dabei zu helfen.
Christina Geiger 2004
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