Was für ein Erziehungsstil pflegen die Royal Rangers? Seid ihr militärisch?
Der Gründer der Pfadfinderbewegung, Sir Robert Stephenson Baden-Powell Lord of Gilwell, pflegte den Satz: "Ich erlaube ihnen [den Pfadfindern] ausdrücklich, Fehler zu machen." Die Kinder und Jugendlichen entwickeln sich am Besten und lernen am Meisten, wenn man ihnen Verantwortung überträgt und sie selbst ihre Erfahrungen machen können. Auch bei den Royal Rangers gilt "learning by doing" - Lernen durch Tun. Im Prinzip sind es die folgenden vier Schritte:
Ich mache, Du schaust zu.
Ich mache, Du hilfst mit.
Du machst, ich helfe mit.
Du machst, ich schaue zu.
Dadurch, dass die Kinder und Jugendlichen bei den Royal Rangers in kleinen Pfadfinderteams zusammengefasst sind und alle Aktivitäten in dieser Kleingruppe durchführen, lernen sie, gegenseitige Rücksicht zu nehmen, Verantwortung füreinander zu übernehmen und Konflikte friedlich zu lösen. Abenteuer schweißt zusammen.
Das gegenwärtige Schlagwort heißt "Erlebnispädagogik". Dennoch haben wir unsere Royal Rangers Regeln. Alle Mitarbeiter bestehen ernsthaft darauf, dass jeder diese Regeln einhält und greifen notfalls korrigierend ein. Unsere Erfahrung zeigt, dass Kinder Grenzen brauchen, die sie natürlich austesten und probieren, wie weit sie gehen können, ohne dass die Erwachsenen eingreifen. Allerdings geben diese Grenzen den Kindern auch Geborgenheit und Sicherheit, weil sie genau wissen, woran sie sind.
Wir wissen natürlich, dass im Dritten Reich die Pfadfinderei, die es schon davor gab, missbraucht wurde. Wir distanzieren uns deutlich von diesem Gedankengut.
Eine gewisse Ordnung und Disziplin muss allerdings vorhanden sein.